Die Habsburgermonarchie mit ihren vielen Ländern war bereits eine Art vereintes Europa. Sie hatte an zahlreichen Orten Garnisonen und Soldaten. Für viele Söhne einfacher Bergbauern, Handwerker oder Arbeiter war das Militär ein Tor zur weiten Welt. Die Soldaten leisteten ihren Wehrdienst in weit entfernten Kasernen ab und lernten dadurch fremde Städte und Landschaften kennen. Mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 blieb auch vielen Gradnern der Kriegsdienst nicht erspart. Insgesamt 65 Personen mussten bis zum Kriegsende 1918 einrücken, 28 kehrten nicht mehr zurück. Dass solche Ereignisse Menschen prägen, dass sie über das Gesehene und Erlebte mit Kameraden sprechen möchten, ist eine Selbstverständlichkeit. So ist es nicht verwunderlich, dass sich selbst in kleinsten Ortschaften die Heimkehrer zu Vereinen zusammenschlossen und ein eigenes Brauchtum pflegte. Die Gradener Kriegsheimkehrer gründeten im Jahre 1933 unter Führung von Sebastian Neukam und Johann Wiedner den Heimkehrerverein mit dem Zweck, die militärische Kameradschaft zu pflegen, sowie der gefallenen Kameraden zu gedenken.Der neu gegründete Verein nahm auch sofort am gesellschaftlichen und kirchlichen Dorfleben teil. Dem Kassenbuch ist zu entnehmen, dass bereits im Jahre 1934 das erste Vereinsfest beim Jägerwirt stattfand, und man am Oswaldisonntag einen sogenannten Blumentag veranstaltete. 1936 wurde erstmalig eine Fahne bei der Firma Wehrschütz angeschafft. Als Fahnenmutter wirkte Frau Maria Schlatzer vlg. Hubenschuster; Frau Cäcilia Schriebl vlg. Hiasbauer, Frau Kathi Bäck vlg. Löcker und Frau Maria Ofner vlg. Schaffer im Dorf; und sammelten in der Bevölkerung für die Fahne. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurde der Heimkehrerverein umgewandelt und unterstand nun dem Reichskriegerverband Voitsberg des nationalsozialistischen Reichskriegerbundes. Der 2. Weltkrieg von 1939 – 1945 forderte abermals auch in Graden hohe Opfer. Insgesamt 52 Personen sind gefallen oder wurden vermisst. Nach Kriegsende durften die Kameradschaftsverbände zunächst nicht offiziell wiedererrichtet werden, dennoch traf man sich jeden Sonntag nach der Kirche inoffiziell im Gasthof Platzwirt. Die federführenden Personen waren Josef Riegler, Kampfflieger, Schuldirektor und ehemaliger Oberleutnant Franz Stuarnig, sowie Sebastian Neukam und Johann Schmidt. Er war Oberfeldwebel und als Träger des Deutschen Kreuzes in Gold, höchst dekorierter Soldat in Graden. Am 26. Dezember 1949 gründeten die Kriegsheimkehrer den „Unterstützungs- und Wohltätigkeitsverein Graden“ und wählten Herrn Stuarnig zu ihrem Obmann. Der Verein hatte 60 Mitglieder und wurde im Jahre 1955 als Kameradschaftsbund Graden angemeldet. Dank des großen Einsatzes der Vereinsmitglieder und durch Spenden der Bevölkerung gelang es den Kameraden, ein würdiges Kriegerdenkmal für die im 1. und 2. Weltkrieg gefallenen Soldaten zu errichten. Nach eingehenden Diskussionen, ob man das Denkmal zwischen Kirchenwirt und Pfarrhof, oder an Stelle der sogenannten Jägerkapelle errichten sollte, einigte man sich auf letzteres. Der heutige Professor Franz Weiß wurde mit der Planung und Durchführung der Arbeiten beauftragt und im Jahre 1951 konnte das Kriegerdenkmal in feierlicher Form seiner Bestimmung übergeben werden. Auch die Ortsverbände Kainach, Salla, Köflach und Maria Lankowitz nahmen daran teil.
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Im Jahre 1956 übernahm Josef Riegler die Funktion des Obmannes und behielt sie bis 1959. Im Jahre 1957 erfolgte unter dem Titel „Übertragung des dem Bund verfallenen Vermögens“ die Übergabe der im Gewahrsam der Gemeinde Graden befindlicher Vereinsfahne an den ÖKB, Ortsverband Graden. Ebenso wurde die Überweisung des erliegenden Guthabens veranlasst. Am 5. Oktober 1958 feierte der ÖKB Graden sein 25-jähriges Bestehen. Am Festakt nahmen Abordnungen aus Köflach, Maria Lankowitz, Bärnbach und Piber teil. Im Jahre 1959 begann mit der Wahl von Johann Steirer zum Obmann (bis 1986) und Kassier August Neukam (bis 2000), sowie Schriftführer Rochus Ortner (bis 1986) eine neue Ära. In weiterer Folge bemühte man sich, auch jüngere, nicht mehr kriegsgediente Kameraden in den Ortsverband zu integrieren. Besonders Kassier Neukam verstand es gut, junge Gradener, die bereits im Österreichischen Bundesheer der 2. Republik gedient hatten, anzuwerben und für den Ortsverband zu gewinnen. So gelang es, dass der ÖKB Graden 1979 erstmals 100 Mitglieder hatte. Ebenfalls 1979 wurde zur Verwendung bei feierlichen Anlässen eine Festschusskanone angeschafft. An den Kosten von 10714,40 Schilling beteiligten sich neben dem Kameradschaftsbund auch die Gemeinde, das Pfarramt, sowie der Musikverein Graden. 1983 erfolgte die Restaurierung des Kriegerdenkmals durch Prof. Franz Weiß; die Kosten dafür betrugen ca. 10000.- Schilling.Im Jahre 1984 wurde die Fahne restauriert. 1986 übernahm Johann Schlatzer die Funktion des Obmannes. In diesem Jahr fand auch erstmals das seither sehr beliebte Osterschinkenschnapsen am Palmsamstag statt. Der Ortsverband Graden, der im Jahre 2003 nicht weniger als 117 Mitglieder aufwies, setzt im Laufe eines Jahres folgende Aktivitäten: Ø 2-3 Ausrückungen zu anderen
Ortsverbänden Diese Aufzählung zeigt, welchen hohen Stellenwert der Ortsverband Graden des ÖKB im kulturellen und gesellschaftlichen Leben des Dorfes einnimmt.
Im Jahre 2008 übernahm Herr Gerhard Eisner die Funktion des Obmannes. In dieser neuen Funktion hat er weder Kosten noch Mühen gescheut, das Kriegerdenkmal in Graden baulich und künstlerisch zu restaurieren. Dafür zeigten sich Prof. Dampfhofer und unser Baumeister Steirer verantwortlich. Die Segnung erfolgte mit rund 200 Kameraden aus dem Bezirk VO und WZ beim tratitionellen Oswaldikirtag. |
